Feuerwehrwesen

Freiwillige Feuerwehr

Zirka 300.000 freiwillige Feuerwehrkammeraden sind in ganz Österreich bei einer freiwilligen Feuerwehr eingeschrieben. Viele Gemeinden verfügen über eigene Feuerwehren, somit ist dieser Typ von Feuerwehr, bei dem alle Mitglieder freiwillig und damit unentgeltlich mitarbeiten, eine der tragenden Säulen des österreichischen Feuerwehrwesens.

Die Gründung von freiwilligen Feuerwehren geht in Österreich auf die 1860er Jahre zurück. Anfangs nahmen sich viele Turnvereine dem Feuerwehrwesen an und wurden im Bereich der Brandbekämpfung ausgerüstet und ausgebildet. Da die Umgestaltung der alten Feuerlöscheinrichtungen in echte Feuerwehren teuer war, konnten die meisten Turnvereine sich das nicht mehr leisten, daher gingen viele Feuerwehren in die Gemeinde über. Der Gedanke der Freiwilligkeit setzte sich immer mehr durch. 

Video: “Feuerwehrwesen in Österreich” vom Österreichischen Bundesfeuerwehrverband

Geschichte

Bereits im 3. Jahrhundert findet man die ersten Hinweise auf Feuerwehren. In Carnuntum entstanden die ersten Wehren aus Militärveteranen.

Nach der 2. Türkenbelagerung wurden 1685 vier Feuerknechte zum Brandschutz abgestellt. Dies war die eigentliche Geburtsstunde der ersten Berufsfeuerwehr(Wien). 1759 erließ Maria Theresia die Wiener Feuerordnung, in welcher Mindestanzahl und erforderliche Berufe der Wiener Feuerwehr festgelegt wurden. Diese Verordnung wurde von ihrem Sohn Josef II. als Feuerlöschordnung verbessert.

Im Jahr 1831 wurde in Schwarz in Tirol die erste Werksfeuerwehr in einer Tabakfabrik gegründet. 1857 folgte dann in Innsbruck die erste Freiwillige Feuerwehr. In der Folgezeit entstanden sehr viele Freiwillige Feuerwehren.

Die ersten Hydranten wurden 1850 in Wien aufgestellt, damals nannte man sie auch Feuerwechsel. 1889 wurde auch der Bundesfeuerwehrverband als Dachverband aller Feuerwehren gegründet. Damals waren natürlich auch die tschechischen und schlesischen Feuerwehren mit eingebunden. So zählte man 1897 im damaligen Österreich- Ungarn rund 20 Berufsfeuerwehren, 11.190 Freiwillige Feuerwehren und 6.619 Pflichtfeuerwehren.

Vor Beginn des Ersten Weltkrieges mussten die Feuerwehren auch den Rettungsdienst des Roten Kreuzes übernehmen. Die Feuerwehrmänner bildeten die so genannte Lokal-Transport-Kolonnen. Andererseits wurden die Mannschaften durch die vielen eingezogenen Soldaten gewaltig geschwächt, sodass auch wieder Männer aus dem Reservestand aufgeboten wurden.

Nach dem Ersten Weltkrieg blieb zunächst auch der Rettungsdienst eine der Aufgaben der Feuerwehr. Dabei wurde sie durch das Rote Kreuz nur geschult und mit Material unterstützt.

Die relativ demokratischen Strukturen der Feuerwehren waren vor allem während der Zeit des Austrofaschismus nach 1934 ein Dorn im Auge. So wurden in den Bundesländern neue Feuerlöschordnungen erstellt, die die Feuerwehren stärker in den Einflussbereich der Landesregierungen brachten.

Eine vollkommene Änderung erfolgte 1938 nach dem Anschluss an das Deutsche Reich. Die Feuerwehren wurden direkt dem Reichsinnenministerium in Berlin unterstellt und waren nach den damaligen Bestimmungen organisiert.

Quelle: Wikipedia.org

 Schutzpatron Florian von Lorch

1937
Der heilige Florian(3. Jahrhundert) war Offizier der römischen Armee und Oberbefehlshaber einer Einheit zur Feuerbekämpfung.
Florian von Lorch war zu Beginn des 4. Jahrhunderts ein Pensionierter Kanzleivorstand und lebte im heutigen Sankt Pölten(Aelium Cetium). Zur Zeit der Christenverfolgung(303- 304) unter Kaiser Diocletian, wurden im heutigen Lorch in Enns 40 Christen ergriffen und nach vielen Martern eingesperrt. Florian erfuhr davon und eilte nach Lorch um ihnen beizustehen. Dort erkannte ihn ein ehemaliger Militärkamerade und nahm ihn in Haft, da er sich zum Christentum bekannte. Da er sich weigerte den christlichen Glauben abzuschwören wurde er zum Tode verurteilt. Zuerst wollte man ihn am Scheiterhaufen verbrennen, doch nach seiner Aussage am Marterpfahl(wenn sie ihn verbrennen würde er auf den Flammen zum Himmel empor steigen) wurde er mit einem Stein um den Hals von der Brücke in die Enns gestürzt. Vor seiner Hinrichtung betete Florian eine Stunde, sodass die Soldaten die Ehrfurcht erfasste und sie sich scheuten, das Todesurteil zu vollstrecken. Ein wütender junger Mann stieß ihn schließlich von der Brücke hinab in den Fluss.

Die Überlieferung erzählt weiter, dass der Leichnam des Heiligen angeschwemmt und von einem Adler mit ausgespannten Schwingen bewacht wurde. Eine tiefgläubige Frau fand ihn auf eine Offenbarung hin und nahm den Leichnam mit. Der Karren mit dem sie ihn transportierte wurde von Tieren gezogen, doch unterwegs ermatteten die Zugtiere und blieben stehen. Auf ein Gebet dieser Frau hin entsprang eine Quelle und die Tiere konnten trinken. Diese Quelle gibt es heute noch(Florianbrunnen bei der Kirche St. Johann in St. Florian). Gestärkt durch das frische Nass, gingen sie weiter an den vorherbestimmten Bestattungsort. Dort wurde Florian von der Frau begraben. Über seinem Grab entstand später das Stift Sankt Florian.

Heute ist der Heilige Florian der Schutzpatron der Feuerwehr, daher auch die Bezeichnung Florianijünger sowie der für Feuerwehr- Fahrzeuge übliche Funkrufname „Florian“ in Kombination mit der individuellen Fahrzeugkennung. Vielerorts ist es üblich zu seinem Gedenktag(4. Mai) eine „Florianimesse“ zu halten.